Kommunikation mit dem Arbeitgeber

Kommunikation, Substantiv, feminin – Verständigung untereinander; zwischenmenschlicher Verkehr insbesondere mit Hilfe von Sprache, Zeichen (Zitat Duden)

Im Arbeitsleben ist die Kommunikation zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber von größter Bedeutung.

In fast allen Unternehmen gehört es immer mehr zum Alltag, dass die hergebrachten Kommunikationsmittel (Fax, Brief) durch moderne Telekommunikationsmittel wie z.B. E-Mail, SMS oder Messenger-Nachrichten abgelöst werden.

Die Änderung von althergebrachten Arbeitsweisen führt allerdings immer wieder zu Missverständnissen im Rahmen des Arbeitsverhältnisses. So kann vom Arbeitgeber z.B. für bestimmte Fälle ein bestimmter Kommunikationsweg von größtem Interesse sein, um die entsprechenden Informationen sofort zu erhalten und reagieren zu können. Andererseits kann eine bestimmte Art der Kommunikation auch für den Arbeitnehmer oder Arbeitgeber absolut unzumutbar sein, da hierdurch das Risiko von Informationsdefiziten oder einem Informationsverlust besteht.

Weiteres Problemfeld ist, dass der Zugang einer entsprechenden Nachricht sich ggf. nicht nachweisen lässt.

Rechtstreitigkeiten der letzten Monate zeigten, dass z.B. Unklarheiten bestehen, ob ein Mitarbeiter sich von der Teilnahme an einem Meeting per WhatsApp Nachricht an den Vorgesetzten oder die Chefin abmelden kann.

Hierzu führt das erkennende Gericht aus, dass für den Fall, dass intern eine Kommunikation über geschäftliche Angelegenheiten zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten per WhatsApp Nachricht vorgesehen ist bzw. akzeptiert und durchgeführt wird, ein Mitarbeiter auch dementsprechend Mitteilungen das Arbeitsverhältnis selbst betreffend (hier Krankheit bzw. Verhinderung an der Teilnahme des Meetings) mitteilen kann.

Ein Arbeitgeber kann nur dann eine Abmahnung erteilen, wenn er den Arbeitnehmer zuvor verbindlich angewiesen hat, bestimmte Informationen ausschließlich auf einem zuvor vom Arbeitgeber festgelegten weg an diesen zu richten.

Vor diesem Hintergrund erging auch eine Entscheidung darüber, dass eine Krankmeldung per SMS, so sie denn an den richtigen Adressaten versandt wurde und der Nachweis nachgewiesen werden konnte, wirksam ist. (Vergleiche z.B. Urteil Arbeitsgericht Berlin vom 01.07.2016, Aktenzeichen 28 Ca 38/16).

Die meisten Urteile ergingen hier mittlerweile zugunsten des Arbeitnehmers.

Der Arbeitgeber kann insofern regelmäßig (aber nicht in jedem Fall) einen Arbeitnehmer nicht abmahnen, wenn er entsprechend das Arbeitsverhältnis betreffende Informationen (Krankmeldung, Verspätungsmeldung und ähnliches) auf einem der vorgenannten Wege an seine Vorgesetzten richtet.

Etwas anderes gilt allerdings dann, wenn der Arbeitgeber ein wenig vorsorgt.

So kann es im Interesse des Arbeitgebers liegen, z.B. in Form einer Betriebsvereinbarung über das Verhalten im Betrieb eine Regelung zu schaffen, wonach alle Mitarbeiter in einer bestimmten Art und Weise entsprechendes Fernbleiben vom Arbeitsplatz melden müssen. So kann z.B. angeordnet werden, dass Krankmeldungen entweder per Textform (z.B. E-Mail oder SMS) an den Arbeitgeber vor dem üblichen Beginn der Arbeitszeit erfolgen müssen. Hierzu könnte der Arbeitgeber z.B. eine spezielle Emailadresse – Krankmeldung@xyzgmbh.de und eine entsprechende Rufnummer zum Versand von SMS oder anderen Nachrichten einrichten.

Auf dieses Emailpostfach hätte dann neben der Personalabteilung auch der jeweils zuständige Abteilungsleiter Zugriff, so dass die entsprechenden Stellen sofort informiert sind.

Es muss allerdings eine entsprechende ausdrückliche Anweisung ergehen und es ist darauf zu achten, dass unter Zugrundelegung der geänderten Vorgaben über Allgemeine Geschäftsbedingungen nicht z.B. gefordert wird, dass eine Krankmeldung nur schriftlich ergehen darf.

Seit dem 01.10.2016 ist nämlich die Forderung, dass eine bestimmte Erklärung ausschließlich in der Schriftform gültig ist, wenn sie der Schriftform entspricht, regelmäßig unwirksam.

Sollten Sie zu dem Thema noch Fragen haben, so steht Ihnen Rechtsanwalt Freier gerne zur Verfügung.

Pinkvoss · Dahlmann & Partner PartG mbB
durch

Hans-Christian Freier
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Informationstechnologierecht
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Telefon-Nr. 02331 9167-17 / -14 (Sekretariat Rechtsanwalt Freier)



Eingestellt am 09.11.2016 von Herr Hans-Christian Freier
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